unverkäuflich
Kinder sind keine Ware. Schwangerschaft ist keine Dienstleistung.Leihmutterschaft wird oft als Hilfe dargestellt. In Wirklichkeit entsteht ein Markt: mit Verträgen über Schwangerschaft, Zahlungen für Kinder und der Trennung von Mutter und Kind.
Bild: TitiNicola, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Was hier passiert
Leihmutterschaft ist kein Akt der Nächstenliebe, sondern ein Geschäft mit Kindern als Ware.
Frauen verpflichten sich, ein Kind auszutragen und es nach der Geburt an Fremde abzugeben.
Die Mutter verliert ihr Baby. Das Baby wird seiner Mutter beraubt.
Organisiert wird das Ganze von internationalen Agenturen, die für die Träume reicher Kinderloser einen weltweiten Markt etabliert haben, in dem wirtschaftliche schwächere Frauen ihren Körper, ihre Gesundheit und ihre Schwangerschaft zu Markte tragen.
Frauenbäuche sind keine Brutkästen, die man mieten kann. Kinder sind keine Ware.
Ein aktueller Fall – ein strukturelles Problem
Der Fall Hendrik Streeck zeigt, wie Leihmutterschaft normalisiert wird – trotz bestehender Verbote.
Es geht nicht nur um eine einzelne Person. Es geht um die Frage, ob Deutschland hinnimmt, dass verbotene Praktiken über das Ausland organisiert, rechtlich nachträglich akzeptiert und gesellschaftlich schöngeredet werden.
Der Fall macht sichtbar, was sonst verborgen bleibt: Verträge, Zahlungen, Auswahl, Bestellung – und am Ende die Trennung von Mutter und Kind.
Weiterlesen
Hendrik-Streeck-Babykauf-Skandal
Leihmutterschaft als Ausweitung reproduktiver Ausbeutung – eine feministische Kritik
Wenn Verbote zur Formsache werden
Leihmutterschaft durch die Hintertür? Der Fall Hendrik Streeck und die Glaubwürdigkeit des Rechts
Was wir tun
Wir gehen juristisch gegen diejenigen vor, die in Deutschland für Leihmutterschaft werben oder sie vermitteln.
Strafrechtlich
Wir erstatten Strafanzeige gegen die Veranstalter wegen des Verdachts strafbarer Werbung, Vermittlung und Anbahnung von Leihmutterschaft (§§ 13c, 13d, 14b AdVermiG) sowie wegen Verstößen gegen das Embryonenschutzgesetz (§ 1 Abs. 1 Nr. 7 ESchG).
Verwaltungsrechtlich
Wir gehen gegen die Städte und Veranstalter vor, die das schmutzige Geschäft mit der Menschenproduktion fördern, indem sie Veranstaltungen genehmigen, die in strafbarer Weise „Ersatzmutterschaft“ bewerben und anbahnen.
Unser Ziel: Juristische Klärung und Ende der Werbung für Mietbäuche in Deutschland.
Bericht zu Aktionen zur Babykaufmesse in Berlin
Frauenheldinnen zeigen Präsenz in Berlin gegen Leihmutterschaft
Update Frauenheldinnen gegen Babyhandel
Ein wichtiger Durchbruch – OVG NRW stärkt den Schutz von Frauen und Kindern
Update „Frauenheldinnen gegen Babyhandel”
Update: Prüfen wir eine UWG-Klage gegen illegale Werbung auf Kinderwunschmessen?
Illegale Leihmutterschaft vs. legale Reproduktionsmedizin
Illegale Surrogacy-Werbung in Deutschland?
Unterstütze unseren Einsatz
Frauenheldinnen führen Verfahren, recherchieren, klären auf und setzen bestehendes Recht durch.
Das kostet Geld: für Anwälte, Verfahren, Beweissicherung, Dokumentation, Materialien und die Arbeit unseres Vereins.
Mit deiner Spende hilfst du, dass wir dranbleiben können: vor Gericht, in der Öffentlichkeit und gegenüber Behörden.
Wofür wir Unterstützung brauchen
- Strategische Prozessführung
- Aufklärung & Kampagne
- Dokumentation & Recherche
- Organisation & Koordination
Aktionen
Wir bleiben sichtbar: auf der Straße, in den Medien und vor Gericht.
Gemeinsam mit Netzwerk Frauenrechte und der Initiative „Lasst Frauen Sprechen!“ und unterstützt von EMMA machen wir sichtbar, was Leihmutterschaft bedeutet: die Instrumentalisierung weiblicher Körper und die Traumatisierung von Müttern und Kindern.
Aktuelle und bisherige Aktionen
Hintergrundbild: Victoria Pickering auf Flickr | Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0
Ein globales Problem
Leihmutterschaft ist ein internationaler Markt. Frauen in wirtschaftlich schwächeren Ländern tragen die Risiken – Auftraggeber profitieren.
Reem Alsalem, UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Mädchen warnt:
„Leihmutterschaft untergräbt die Menschenwürde von Frauen und das Recht jedes Kindes, seine Mutter zu kennen.“
Wir unterstützen die internationale Forderung nach Ächtung von Leihmutterschaft.
Presse
Unsere Arbeit wird breit medial aufgegriffen.
Berichtet haben unter anderem EMMA, Rheinische Post, Kölner Stadt-Anzeiger, Tichys Einblick, Die Tagespost, WDR und weitere Medien.
Presseberichte zeigen, dass Leihmutterschaft längst kein Randthema mehr ist, sondern ein gesellschaftlicher Konflikt über Würde, Kommerz und Ethik.
Hintergrund & Analysen
Zum Vertiefen:
- Grundsatzessay: Eva Engelken schreibt Klartext zu Leihmutterschaft
- Feministische Perspektive: Leihmutterschaft als Ausweitung reproduktiver Ausbeutung von Patricia Schulz
- Politische Perspektive: Leihmutterschaft durch die Hintertür? Der Fall Hendrik Streeck und die Glaubwürdigkeit des Rechts von Sylvia Pantel
- Rechtliche Updates: Unsere Verfahren gegen Kinderwunschmessen und Leihmutterschaftswerbung
- Buch: „Ich kauf mir ein Kind“ von Birgit Kelle
Problemfall Reproduktionsindustrie
Die Leihmutterschaft ist nur sichtbarste Ausdruck einer weitaus größeren Entwicklung der Reproduktionsmedizin mit zahlreichen unlösbaren Problemen für die Beteiligten. Stichworte sind Vermarktung der Reproduktion; Fragmentierung von Mutterschaft; Kinderrecht; Technisierung der Fortpflanzung.
1. Reproduktionsindustrie
Leihmutterschaft ist Teil einer wachsenden globalen Reproduktionsindustrie, in der Schwangerschaft, Keimzellen und Elternschaft zunehmend organisiert und vermarktet werden.
2. Fragmentierung von Mutterschaft
Was früher in einer Person zusammenfiel, wird heute auseinandergerissen und aufgeteilt: genetische Mutter, austragende Mutter, soziale Eltern. Leidtragende sind nicht nur die Frauen, die das Baby unmittelbar nach der Geburt abgeben müssen, sondern
3. Rechte des Kindes
Kinder haben ein Interesse an Herkunft, Identität und Bindung. Diese werden in anonymisierten und arbeitsteiligen Reproduktionsmodellen verunmöglicht. Das Ergebnis sind Kinder ohne Wurzeln und ohne Antworten auf die Fragen nach ihrer Herkunft.
4. Biomedizin und Technisierung der Fortpflanzung
Reproduktive Technologien entwickeln sich rasant weiter. Das Ziel der Biomedizinforschung: Die Fortpflanzung von körperlichen und sozialen Zusammenhängen zu lösen.
Stichworte sind:
- IVG
- Eizellgewinnung
- Forschung
Bei der künstlichen Befruchtung (IVF = In-Vitro-Fertilisation) entstehen im Reagenzglas überzählige Embryonen.
Aus Embryonen in einem frühen Stadium (ca. 5 Tage alte Blastozyten) kann man embryonale Stammzellen herstellen.
Aus diesen sogenannten pluripotenten Stammzellen können sich alle Zelltypen des Körpers entwickeln.
Im Hinblick auf die Reproduktion versucht die biomedizinische Forschung, auch Keimzellen herzustellen, also Eizelle und Spermium. Das ist die sogenannte IVG (in-vitro-Gametogenese).
Perspektivisch würden im Labor hergestellte Eizellen die Eizellspende überflüssig machen.
Die Frage bei all dem bleibt: Wollen wir das? Entspricht das der Menschenwürde?
Was sich ändern muss
Unsere Forderung: Hintertür schließen!
Das Verbot von Leihmutterschaft darf nicht durch Auslandsaufträge ausgehebelt werden. Wer – wie Hendrik Streeck – Leihmutterschaft im Ausland beauftragt, darf sich nicht darauf berufen können, dass dies in Deutschland nicht strafbar sei.
Vorschlag für eine gesetzliche Klarstellung im Adoptionsvermittlungsgesetz
Die Anbahnung, Vermittlung oder Unterstützung von Vereinbarungen über Leihmutterschaft ist unzulässig, unabhängig davon, ob die Durchführung im Inland oder im Ausland erfolgt, sofern ein hinreichender Inlandsbezug besteht.
Ein Inlandsbezug liegt insbesondere vor, wenn eine der beteiligten Personen ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat oder die Vermittlung ganz oder teilweise vom Inland aus erfolgt.
Ziel der Regelung ist es, die Umgehung des bestehenden Verbots der Leihmutterschaft durch Auslandsmodelle zu verhindern und den Schutz von Frauen und Kindern wirksam sicherzustellen.
Jetzt handeln.
Leihmutterschaft ist kein Einzelfall. Sie ist ein wachsender globaler Markt.
Wir können diese Entwicklung stoppen – durch Aufklärung, durch Verfahren, durch politischen Druck.
Dafür brauchen wir Unterstützung.
Ihre Spende ermöglicht konkrete Schritte:
- Verfahren
- Aufklärung
- Kampagne
- und politische Arbeit.