Bericht zu Aktionen zur Babykaufmesse in Berlin

Frauenheldinnen zeigen Präsenz in Berlin gegen Leihmutterschaft

von | 27.04.26

Eva Engelken und Monika Glöcklhofer

Das Wochenende 6.-8. März 2026 stand in Berlin im Zeichen des Widerstands gegen die ausbeuterische Praktik der Leihmutterschaft: Frauenheldinnenvorsitzende Eva Engelken war am 6. März Rednerin beim Kongress „Kinder und Kommerz – das Geschäft mit der Leihmutterschaft“ im Haus der Bundespressekonferenz.

Am Sonntag schlossen sich die Frauenheldinnen dem Protest von „Netzwerk Frauenrechte“, „Lasst Frauen sprechen“ und „Just Gay Germany“ gegen die Messe „Wish for a Baby“ an.

Hochkarätig besetzter Kongress zu Leihmutterschaft

Der Kongress, veranstaltet vom Verein Alfa e.V.  beleuchtete die medizinischen, ethischen, philosophischen, theologischen und juristischen Dimensionen der Leihmutterschaft, die in Deutschland illegal ist – und dennoch hier vermarktet wird.

Das Podium war hochkarätig besetzt. Mit dabei waren Reem Alsalem, UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Mädchen (virtuell), Olivia Maurel, Sprecherin der Deklaration von Casablanca und Birgit Kelle, Publizistin und Autorin („Ich kauf mir ein Kind“), Eva Engelken, Juristin und Vorsitzende von Frauenheldinnen e.V.

Hier der Kongressbericht von ALfA e.V.:  https://www.alfa-ev.de/leihmutterschaftskongress-der-alfa-in-berlin-deutschland-muss-leihmutterschaft-konsequent-bekaempfen/

Reem Alsalem bezeichnete Leihmutterschaft als strukturelle Gewalt. Sie hob besonders soziale Ungleichheit und fehlende echte Freiwilligkeit hervor. Ein bewegender Beitrag kam von Olivia Maurel, die selbst durch Leihmutterschaft geboren wurde und bei Bestelleltern aufwuchs. Sie schilderte ihre Herkunft als „Projekt“ und sprach über Identitätsfragen. Eva Engelken, Gründerin von Frauenheldinnen e.V., referierte über die strategische Prozessführung von Frauenheldinnen e.V. gegen sog. Kinderwunschmessen, auf denen die in Deutschland strafbare Anbahnung von Leihmutterschaft stattfindet. Das Anliegen: die Einhaltung bestehender Gesetze, die Vermittlung, Werbung und Anbahnung in Deutschland wieder durchzusetzen.

Weitere Beiträge beleuchten völkerrechtliche, medizinische, ethische Friktionen durch Leihmutterschaft. Die Expertinnen und Experten waren sich einig: Reproduktionstechnische Leistungen im Ausland müssen verboten bleiben.

Frauenheldinnen-Co-Vorsitzende Monika Glöcklhofer nutze den Kongress für Netzwerkarbeit und Schulterschluss im Kampf gegen Leihmutterschaft.

Protest „Leihmutterschaft ist Menschenhandel“ vor der Babykaufmesse

Der Kongresstermin war abgestimmt auf die am Samstag, 7.3., beginnende zweitägige Messe „Wish for a Baby“ im Berliner Estrel-Hotel. Hier hatte das „Netzwerk Frauenrechte“ zum Protest aufgerufen unter dem Motto „Leihmutterschaft ist Menschenhandel – Keine Kinder auf Bestellung“. Etwa 20 Frauen protestierten in roten Roben – dem weltweiten Symbol für den Kampf gegen Leihmutterschaft; entlehnt aus Margaret Atwoods dystopischem Roman „Der Report der Magd. Die Protestantinnen verteilten Flyer und sprachen mit Besucherinnen und Besuchern der Messe. Am Protest nahm auch Olivia Maurel, Sprecherin der „Casablanca Declaration“, teil. “Leihmutterschaft ist eine Form des Kinderhandels und der kommerziellen Ausbeutung von Frauenkörpern”, unterstrichen die Feministinnen und MenschenrechtlerInnen. Sie fordern vom deutschen Staat u.a. effektive Maßnahmen, um zu verhindern, dass deutsche StaatsbürgerInnen Leihmütter im Ausland beauftragen. Und: Die Messen „Wish for a Baby“ und „Men having Baby“ müssen verboten werden. Zudem treten sie für ein weltweites Verbot von Leihmutterschaft ein.

Mitwirkende Frauenheldinnen

Vortrag: Eva Engelken
Networking: Monika Glöcklhofer
Protest: Monika Glöcklhofer, Julka Steels, Irene Kosok, Patricia Schulz
Bericht: Monika Glöcklhofer

Autorin

  • Monika Glöcklhofer

    Monika Glöcklhofer, Jahrgang 1962, ist seit 2025 stellvertretende Vorsitzende der Frauenheldinnen e.V.. Seit 2023 organisiert sie den Protest gegen die Leihmutterschaftsmesse „Wish for a Baby“ in Köln und initiierte die Aktion „Transmedizin macht krank – ein Leben lang“ in Münster und Berlin. Dabei lebt sie ihre Leidenschaft für das laute Skandieren von Sprechchören aus. Beruflich leitet sie die Fundraisingabteilung eines katholischen Sozialverbands.

    Artikel anzeigen

0 Kommentare

Keinen Artikel verpassen, Newsletter abonnieren!

Newsletter abonnieren. Abmeldung jederzeit möglich. Datenschutzhinweise

Ein Projekt von

Frauenheldinnen e.V. – Die gemeinnützige Förderplattform

Frauenheldinnen e.V. – Die gemeinnützige Förderplattform

Mehr zum Thema:

Essay Leihmutterschaft

Klartext zu Leihmutterschaft: Es geht nicht um niedliche Babys – es geht um die Vermarktung weiblicher Körper

Wir müssen endlich aufhören, über Leihmutterschaft zu sprechen, als ginge es um niedliche Babys für arme kinderlose Paare, deren Kinderwunsch wir aus Mitgefühl erfüllen sollten. Es geht nicht um mildtätiges Handeln. Worüber wir sprechen sollten, ist die Kommodifizierung des weiblichen Körpers – in einer Welt, in der Frauenkörper Brutkästen und Babys Handelsware sind, und deren Produktions- und Lieferketten rund um den Globus führen. Das Produkt, das wirtschaftlich nutzbar gemacht wird, ist die weibliche Reproduktionsfähigkeit.

mehr lesen
Klartext zu Leihmutterschaft: Es geht nicht um niedliche Babys – es geht um die Vermarktung weiblicher Körper

Essay Leihmutterschaft

Klartext zu Leihmutterschaft: Es geht nicht um niedliche Babys – es geht um die Vermarktung weiblicher Körper

Wir müssen endlich aufhören, über Leihmutterschaft zu sprechen, als ginge es um niedliche Babys für arme kinderlose Paare, deren Kinderwunsch wir aus Mitgefühl erfüllen sollten. Es geht nicht um mildtätiges Handeln. Worüber wir sprechen sollten, ist die Kommodifizierung des weiblichen Körpers – in einer Welt, in der Frauenkörper Brutkästen und Babys Handelsware sind, und deren Produktions- und Lieferketten rund um den Globus führen. Das Produkt, das wirtschaftlich nutzbar gemacht wird, ist die weibliche Reproduktionsfähigkeit.

mehr lesen