Pres­se­mit­tei­lung zur Kund­ge­bung am 11.05.2024

Frau­en­hel­din­nen zei­gen Flag­ge gegen „Mus­lim Inter­ak­tiv“ und für Frau­en­rech­te

von | 14.05.24

Frauenheldinnen demonstrieren für Frauenrechte und gegen Islamismus | Foto: Yvonne Matthiessen

Frauenheldinnen demonstrieren für Frauenrechte und gegen Islamismus | Foto: Yvonne Matthiessen

Am Sams­tag­nach­mit­tag durf­te in Ham­burg erneut die extre­mis­ti­sche Grup­pie­rung „Mus­lim Inter­ak­tiv“ eine Kund­ge­bung ver­an­stal­ten. „Mus­lim Inter­ak­tiv“ setzt isla­mi­sche Regeln über das Gesetz und ord­net Frau­en einen min­de­ren Platz in der Gesell­schaft zu. Grund genug für die Frau­en­hel­din­nen e.V., vor Ort zu sein und mit einer Gegen­kund­ge­bung von 15–17 Uhr Flag­ge zu zei­gen. „Wir las­sen uns unse­ren Platz in der Gesell­schaft nicht von Fana­ti­kern zu- oder aberken­nen. „Mus­lim Inter­ak­tiv“ soll­te ver­bo­ten wer­den“ sagen die Mit­glie­der des Ver­eins.

Auch wenn die erneu­te Ver­samm­lung von „Mus­lim inter­ak­tiv“, einer gesi­chert extre­mis­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on, unter Auf­la­gen gestellt wor­den war, bleibt ihr Anlie­gen frau­en­feind­lich, antie­ga­li­tär und rich­tet sich gegen die Völ­ker­ver­stän­di­gung. Wird eine sol­che Ver­an­stal­tung nicht ver­bo­ten, muss die Zivil­ge­sell­schaft Flag­ge zei­gen und demons­trie­ren, dass sie eine Ideo­lo­gie der Ungleich­wer­tig­keit nicht unwi­der­spro­chen lässt.

Die Frau­en­hel­din­nen e.V. waren vor Ort und mach­ten mit einer Gegen­kund­ge­bung deut­lich, dass For­de­run­gen nach einem Got­tes­staat ver­fas­sungs­feind­lich sind und dar­auf abzie­len, Frau­en und Mäd­chen, aber auch Nicht- und Anders­gläu­bi­gen ihre Men­schen­rech­te abzu­er­ken­nen. Die Ham­bur­ger Stadt­po­li­tik war durch Anna von Treu­en­fels von der Ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft ver­tre­ten. Der Haupt­re­de von Astrid Man­they, Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin und lang­jäh­ri­ge Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te, folg­ten etwa 150 Teil­neh­mer der Kund­ge­bung. Man­they schil­der­te ein­dring­lich, wie stark bereits heu­te das Leben von Frau­en und Mäd­chen in Deutsch­land beein­träch­tigt ist, die Isla­mis­ten in Fami­lie oder Schu­le aus­ge­setzt sind: „Zwangs­hei­ra­ten, sogar Ehren­mor­de, das sind For­men von Gewalt, die schon heu­te Frau­en und Mäd­chen erfah­ren. In einem Kali­fat wäre die­ser Alp­traum die Rea­li­tät aller Frau­en. Eine Rea­li­tät wie beim IS.“

Bild: Yvonne Matthiessen

Die Ver­an­stal­tung fand in räum­li­chem Abstand von der Isla­mis­ten-Kund­ge­bung statt, um einen geord­ne­ten Ablauf bei­der Kund­ge­bun­gen zu erleich­tern. Die­se Stra­te­gie wur­de jedoch durch die Anmel­dung einer wei­te­ren isla­mis­ti­schen Ver­samm­lung mit vie­len Paläs­ti­na-Flag­gen kon­ter­ka­riert, die unmit­tel­bar neben dem Ver­samm­lungs­ort der Frau­en­hel­din­nen ihre The­sen ver­brei­ten durf­ten. Über­grif­fe der aggres­si­ven Grup­pe auf die Teil­neh­mer der Frau­en­hel­din­nen-Ver­an­stal­tung konn­ten nur durch beherz­tes Ein­grei­fen der Ham­bur­ger Poli­zei ver­hin­dert wer­den, die der Grup­pe eini­ge Wagen in den Weg stell­te. Frau­en­hel­din­nen e.V. dankt der Ham­bur­ger Poli­zei expli­zit für die­sen Schutz ihrer Ver­an­stal­tung.

Schon in der Vor­wo­che, am 27. April 2024, waren tau­sen­de Anhän­ger der isla­mis­ti­schen Grup­pie­rung „Mus­lim Inter­ak­tiv“ in Ham­burg auf die Stra­ße gegan­gen. Dabei wur­den Trans­pa­ren­te gezeigt, , auf denen ein Got­tes­staat gefor­dert wur­de. In emo­tio­na­len Reden wur­den Mus­li­me als Opfer einer feind­li­chen Medi­en­land­schaft und Gesell­schaft gedeu­tet und vor einem „Erwa­chen“ der Mus­li­me gewarnt. Auf­for­de­run­gen, sich zu ihrem Gott zu beken­nen, wur­den mit lau­tem „Alla­hu akbar“ und teils aggres­si­ven Ges­ten beant­wor­tet. Die­ser Auf­marsch ver­ängs­tig­te nicht nur Pas­san­ten, son­dern fand auch Wider­hall bei Medi­en und Poli­tik. Eine Gegen­kund­ge­bung, die von ver­schie­de­nen Orga­ni­sa­tio­nen, dar­un­ter die Frau­en­hel­din­nen e.V. und die Kur­di­sche Gemein­de Deutsch­land, in der Fol­ge­wo­che am 5. Mai initi­iert wor­den war, fand medi­al weni­ger Reso­nanz.

Wegen des mar­tia­li­schen Auf­tre­tens und der ver­fas­sungs­feind­li­chen Paro­len auf der Kund­ge­bung der Isla­mis­ten gab es zunächst die Hoff­nung, dass die Stadt Ham­burg einen erneu­ten Auf­marsch ver­hin­dern wer­de. Die Stadt Ham­burg beschloss jedoch, das Risi­ko, ein Ver­bot kön­ne rich­ter­lich ver­wor­fen wer­den, nicht ein­zu­ge­hen. Anstel­le des­sen wur­den der Grup­pie­rung Mus­lim Inter­ak­tiv Regeln und Auf­la­gen gemacht, die Exzes­se wie Kali­fats­for­de­run­gen, anti­se­mi­ti­sche Bekun­dun­gen und prak­ti­zier­te Geschlech­ter­tren­nung mit der Auf­lö­sung der Ver­samm­lung bedroh­ten. Die Frau­en­hel­din­nen e.V. bekräf­ti­gen ihre For­de­rung nach dem Ver­bot die­ser und ähn­li­cher Orga­ni­sa­tio­nen. „Wir las­sen uns unse­ren Platz in der Gesell­schaft nicht von Fana­ti­kern zu- oder aberken­nen. In den aller­meis­ten Berei­chen haben Frau­en hier­zu­lan­de heu­te glei­che Rech­te. Die­se Rech­te gilt es aber stets aufs Neue zu ver­tei­di­gen“, so die Vor­sit­zen­de der Frau­en­hel­din­nen e.V. Eva Engel­ken. „Ein Ver­bot kann aller­dings nur ein Mit­tel sein, denn die, die Frau­en­rech­te schmä­lern wol­len, sind ja wei­ter­hin und vie­ler­orts prä­sent. Die Gesell­schaft muss die­se Bedro­hun­gen end­lich ernst neh­men.“

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