Im Essener Prozess gegen Mitglieder einer syrischen Großfamilie geht es um Mädchenhandel, arrangierte und Zwangsehen, sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und den Import patriarchaler Machtstrukturen nach Deutschland. Ein Fall, der alles vereint, was Frauen und Mädchen akut bedroht – und der zeigt, wie deutsche Behörden und Gerichte damit überfordert sind.
Besonders brisant: Unsere Frauenheldinnen-Islamismusexpertin Sigrid Herrmann wurde als einzige NGO-Berichterstatterin bei einer wichtigen Zeugenaussage aus dem Saal ausgeschlossen. Gleichzeitig durften die mutmaßlichen Täter im Saal bleiben!
Statt transparenter Aufklärung blieb die Öffentlichkeit draußen – genau in dem Moment, in dem ein 16-jähriges Mädchen, das als 12-jähriges Kind verheiratet wurde, hätte berichten können, welchem familiären Druck, welcher Angst und welchen Strukturen sie ausgeliefert war und ist.
Wem nützt es, wenn ausgerechnet diejenigen, die Gewalt gegen Mädchen sichtbar machen wollen, ausgeschlossen werden – während die Clanstrukturen weiter gedeihen?
Warum sollen Frauenorganisationen nicht erfahren, welche Mechanismen hinter diesen „Ehen“ stehen? Warum wird verhindert, dass wir die kulturellen, rechtlichen und sozialen Dynamiken verstehen, die solche Taten überhaupt ermöglichen?
Der Fall wirft eine unbequeme Frage auf: Wird hier wirklich das Opfer geschützt – oder schützt das System am Ende diejenigen, die Mädchenhandel, Kinderehen und Gewalt nach Deutschland tragen?
Hier geht’s zum Achgut-Bericht über den Prozesstag in Essen:
Sittenbild einer Großfamilie, Teil 2 – DIE ACHSE DES GUTEN. ACHGUT.COM
