Indirekt zum Thema transmedizinischer Eingriffe bei Minderjährigen gehört auch die Frage, ob Eltern das Sorgerecht entzogen werden kann, wenn sie solchen Maßnahmen nicht zustimmen. Leider bietet das SBGG die Möglichkeit, ein elterliches Veto gegen eine Transition zu überstimmen. Und in der Folge können Behörden Eltern das Sorgerecht entziehen, was fatal ist, denn dann werden Eltern entmachtet, die eigentlich ihr Kind vor lebenslänglicher Verletzung schützen wollen. Zum Glück gibt es Eltern, die dagegen vor Gericht zur Wehr setzen. Der auch für uns regelmäßig tätige Rechtsanwalt Jonas Jacob hat im folgenden Fall eine Entscheidung erstritten, die allen Eltern Mut machen sollte, für die seelische und körperliche Unversehrtheit ihrer Kinder notfalls auch vor Gericht zu ziehen.
Der Fall
Vor dem Amtsgericht Wiesbaden ging es um eine minderjährige Person, die – unterstützt durch Jugendamt, Verfahrensbeistand und psychologische Stellungnahmen – beantragt hatte, die elterliche Sorge teilweise zu entziehen, um eine Hormonbehandlung mit gegengeschlechtlichen Hormonen gegen den Willen der Eltern durchzusetzen.
Dr. Jonas Jacob betont in seinem Originalbericht, Familiengerichte führten „keine gesellschaftspolitische Debatte“, sondern prüften ausschließlich, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Eingriff vorliegen und ob diese im Eilverfahren überhaupt tragfähig festgestellt werden können.
Hohe rechtliche Hürden
Rechtlich gilt: Eingriffe in das Sorgerecht sind laut Jacob „nicht Regelwerkzeug, sondern ultima ratio“. Voraussetzung ist eine konkret belegte Kindeswohlgefährdung (§§ 1666, 1666a BGB). Das heißt, das Jugendamt muss darlegen, dass Eltern ihre Kinder konkret gefährden, wenn sie es vor einer Hormonbehandlung schützen wollen. Verkehrte Welt!
Gerade im Eilverfahren sind die Anforderungen jedoch besonders hoch. Zum Glück für Eltern und Kindesgesundheit, kann man sagen. Es braucht:
- nachweisbare Dringlichkeit
- belastbare Tatsachenbasis
- sorgfältige medizinische und psychosoziale Prüfung
Vermutungen oder moralische Zuschreibungen reichen nicht aus.
Verteidigungsstrategie gegen die Transgenderlobby
Die Verteidigung konzentrierte sich laut Jacob auf drei Kernpunkte:
- Eilbedürftigkeit prüfen: Eilverfahren dürfen nicht dazu führen, dass komplexe Entscheidungen faktisch vorweggenommen werden.
- Tatsachen statt Schlagworte: Entscheidend sind Behandlungskonzept, Alternativen, Risiken, Einwilligungsfähigkeit und konkrete Kindeswohllage.
- Verfahrensfairness sichern: Wo Zweifel an Neutralität bestehen, müssen prozessuale Sicherungsinstrumente eingesetzt werden.
Verlauf und Ergebnis
Es folgten längere Verhandlungen, doch im Ergebnis befand das Gericht, dass die Voraussetzungen für eine Sorgerechtsbeschränkung nicht ausreichend belegt waren. Das Gericht ließ erkennen, dass der Antrag voraussichtlich erfolglos bleiben werde.
Daraufhin nahm die antragstellende Person, also der oder die sich als „trans“ identifizierende Jugendliche gemeinsam mit Jugendamt und Verfahrensbeistand den Antrag zurück.
Ergebnis für die Familie:
- keine gerichtliche Durchsetzung der medizinischen Maßnahme, sprich, der junge Mensch bleibt ohne Hormonbehandlung
- keine Einschränkung der elterlichen Sorge
Bedeutung über den Einzelfall hinaus
Der Fall zeigt, dass es sich für Eltern lohnt, vor Gericht zu ziehen und darauf zu pochen, dass eine sorgfältige Abklärung und ergebnisoffene Prüfung stattfindet. Entscheidungen über medizinische Maßnahmen müssten sich stets am konkreten Kindeswohl orientieren, nicht an politischem oder sozialem Druck. Wichtig sind Tatsachengrundlagen anstatt von Narrativen.
Der vollständige Originalbericht von Dr. Jonas Jacob:
https://www.jonasjacob.de/2026/02/09/erfolg-nach-umfangreicher-verfahrensf%C3%BChrung-keine-einschr%C3%A4nkung-der-elterlichen-sorge-zur-durchsetzung-einer-hochumstrittenen-medizinischen-ma%C3%9Fnahme/





