Das Lesbische Aktionszentrum LAZ reloaded ist DER Verein für lesbische Sichtbarkeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Gruppen ist LAZ reloaded nicht von der Queerbewegung gekapert worden und vertritt die Rechte von Lesben und Frauen ohne Sternchen.
LAZ reloaded hat am 18. November ein für interessierte Lesben offenes Zoomgespräch veranstaltet: Mit den Politikerinnen von CSU und CDU, MdB-CSU Susanne Hierl, rechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, und MdB-CDU Anne König, Sprecherin der Union für Frauen, Familie, Senioren und Jugend, sprach LAZ reloaded u. a. zu den Themen Evaluation des SBGG und das Demokratieförderprogramm „Demokratie leben“.
Während des Gesprächs stellte sich heraus, dass das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) ohne Kenntnis weiter Teile der Öffentlichkeit bereits im Oktober 2025 eine Ausschreibung für die langfristige Evaluation des SBGG in die Wege geleitet hatte, in der Frauen als Zielgruppe marginal und Lesben nur als L im Rahmen der „LSBTIQ“- Gruppierung Erwähnung fanden. Die Frist der Ausschreibung endete bereits am 24.11.2025. Durch anschließende eigene Recherche fand LAZ reloaded auch die bereits ausgeschriebene kurzfristige Evaluation auf der Website des BMBFSFJ. Im Ausschreibungstext fanden Frauen/Lesben als Zielgruppe gar keine Erwähnung, und die Anmeldefrist war bereits am 19.11.2025 abgelaufen. Wir wollten zu diesem Themenkomplex beim BMBFSFJ nachfragen.
Mit freundlicher Unterstützung der o. g. Politikerinnen konnte LAZ reloaded daraufhin am 16. Januar 2026 mit der verantwortlichen Staatssekretärin, Frau Mareike Lotte Wulf (CDU), ein Gespräch führen. Die Ergebnisse des Gesprächs hat LAZ reloaded e. V. im Folgenden kurz zusammengefasst.
Kurz- und langfristige Evaluation des SBGG
Frau Wulf nimmt die Kritik an den Ausschreibungstexten in Bezug auf die fehlenden Betroffenengruppen Frauen/Lesben auf und bittet Gunda Schumann um Formulierung eines Ausschreibungstextes in Bezug auf diesen Aspekt.
Auf das Interesse von LAZ reloaded e. V. an der wissenschaftlichen Fachveranstaltung im 3. Quartal 2026 zum Thema angesprochen, erwiderte Frau Wulf, dass sie sich eine Einladung von LAZ reloaded e. V. zu dieser Fachveranstaltung vorstellen könne.
Haltung des BMBFSFJ zur Gleichstellung von Frauen und Männern
Frau Wulf nahm die ihr von LAZ reloaded genannten Quellen (u.a. „Geschlecht zählt“ zu zwei Richtlinien des BMFSFJ und zur Frauenhauskoordinierung/GewHG) zur Kenntnis. Ihr Kommentar zur Arbeit des BMBFSFJ: „Es ändert sich was.“ Das BMBFSFJ hat eine eigene Frauenabteilung.
Themenschwerpunkte SBGG, Auswirkungen auf autonome Lesben/Frauen
a. Selbstbestimmungsgesetz (SBGG)
Frau StS Wulf: „Was wollen Sie am SBGG ändern?“, „Was gibt es für Fälle?“, „Wie sind die Auswirkungen auf Frauen/Lesben?“, „Ich kenne nur den Fitness-Fall aus Erlangen; mir wird immer gesagt, dabei handele es sich nur um Einzelfälle“ und „Wir wollen auch das AGG (Hausrecht) novellieren“ usw.
LAZ reloaded: Gunda Schumann plädierte für die Abschaffung des unseres Erachtens verfassungswidrigen SBGG und die Wiedereinführung von Gutachten, um die Beweisfunktion des Geschlechtseintrags und damit die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu sichern.
Als negative Auswirkungen sind der Verlust geschlechtsspezifischer autonomer Räume für Lesben, die besonders prekäre Situation von Junglesben (Diskriminierung wegen ihrer Homosexualität), der Mangel an staatlicher Förderung und an Gehör autonomer Lesben/Frauenorganisationen zu nennen. Gunda Schumann verwies Frau Wulf auf Rona Duwes informative Website für die Auflistung (mit Überblickskarte) von Übergriffen männlicher Transsexueller auf Frauen.
Schließlich ist die verheerende Rolle der Transmedizin für Mädchen zu nennen.
Frau Wulf: „Ich kümmere mich um die Einführung einer Statistik zur Vergabe von Pubertätsblockern an Kinder und Jugendliche.“ Sie ist Kinderbeauftragte der Bundesregierung.
b. Autonome Lesben/Frauen
Frau Wulf: „Am Anfang stand die Regenbogenflagge, nicht wahr?“, und: „LSTI“ ist ok, aber „Q“ für „Queer“ lehne ich ab, da es sexuelle Paraphilien mit umfasst.“
Und: „Es gibt 60 positive Stellungnahmen von Frauenorganisationen zum SBGG (Ausnahme: Landesfrauenrat Baden-Württemberg).“
LAZ reloaded: Gunda Schumann informierte über die Anfänge der Lesben- und Schwulenbewegung, über die enge Verbundenheit von Lesben- und Frauenbewegung und über die Anfänge der Transwelle und ihre Förderer („Folge der Spur des Geldes“).
Sie wies darauf hin, dass es sich bei den Befragten um staatlich geförderte, verfasste Frauenorganisationen handelt; autonome, nicht staatlich geförderte Frauen/Lesbenorganisationen seien bisher nicht gehört worden. Das müsse nachgeholt werden.
Fazit:
Es war ein insgesamt freundliches, z. T. auch kontroverses Gespräch. Der Anfang für einen weiterführenden Austausch ist gemacht.
Berlin, den 25.01.2026
Gunda Schumann
LAZ reloaded e.V. ©







