Monireh Kazemi, Exiliranerin und Referentin der Frauenheldinnen, ordnet die aktuelle Lage im Iran zum Jahreswechsel 2025/26 ein – und verbindet diese Analyse mit einem eindringlichen Appell an Deutschland, nicht denselben Weg zu gehen.
Analyse & Appell
Die jüngsten Streiks auf den Basaren Teherans sind für Monireh Kazemi kein kurzfristiges ökonomisches Aufflackern, sondern ein sichtbares Zeichen einer tiefen Legitimationskrise des islamischen Systems. Inflation, Währungsverfall und Kaufkraftverlust werden von vielen Iranerinnen und Iranern nicht mehr primär äußeren Sanktionen zugeschrieben, sondern der politischen und ideologischen Ordnung selbst: einem totalitären System, das nationale Ressourcen für Terror, Stellvertreterkriege, Propaganda und Machteliten verschwendet, während große Teile der Bevölkerung verarmen.
Besonders bedeutsam ist, dass nun auch Gruppen protestieren, die lange als systemstabilisierend galten. Damit verschmelzen wirtschaftliche Proteste zunehmend mit grundsätzlicher Systemkritik – an Korruption, Vetternwirtschaft, Menschenrechtsverletzungen und der institutionalisierten Unterdrückung von Frauen. Die Forderungen nach Säkularität, Rechtsstaatlichkeit und Gleichberechtigung sind kein Randthema, sondern Kern dieser Protestbewegung. Was sich zeigt, ist keine Momentaufnahme, sondern eine anhaltende Krise, gespeist aus Existenzangst, sozialer Ungleichheit und dem Verlust jeder Zukunftsperspektive.
Aus der Erfahrung dieses Zusammenbruchs warnt Kazemi eindringlich vor Entwicklungen in Deutschland, in denen Frauenrechte relativiert oder im Namen von „Kultur“, „Tradition“ oder „Religionsfreiheit“ preisgegeben werden. Was im Iran offen staatliche Unterdrückung ist, beginnt hier oft schleichend – mit Nachgiebigkeit, falscher Toleranz und politischem Wegsehen. Wer diese Mechanismen kennt, weiß: So beginnt der Weg, der am Ende Freiheit zerstört.
Deshalb ruft Monireh Kazemi gemeinsam mit einer Gruppe deutsch-iranischer Frauen zur Unterstützung einer Petition auf, die ein unmissverständliches Bekenntnis zu Frauenrechten fordert – ohne Wenn und Aber.
Zur Petition:
Konkret werden gefordert:
- Ein Verbot des Kinder-Hijabs in öffentlichen Bildungseinrichtungen, um Kinder vor ideologischer Prägung zu schützen.
- Ein Vollverschleierungsverbot nach dem Vorbild Österreichs und Frankreichs.
- Programme, die Männer in die Verantwortung nehmen, Frauen respektvoll zu begegnen – auch unter Einsatz wirksamer Sanktionen.
- Klare Grenzen zwischen Religion und Staat als Grundlage einer offenen, säkularen Demokratie.
- Konsequente Verteidigung der Frauenrechte gegen jede Form kulturell oder religiös begründeter Diskriminierung.
- Solidarität mit Frauen im Iran, Afghanistan und weltweit, die für Freiheit, Selbstbestimmung und Menschenwürde kämpfen.
- Konsequentes Unterbinden des Einflusses autoritärer Regime, ihrer Moscheen und Konsulate auf die Körper und Lebenswege von Frauen in Deutschland – etwa durch Druck zu Zwangs-Hijab oder erzwungene Eheschließungen.
Gleichberechtigung, Schutz vor Gewalt und das Recht auf Selbstbestimmung sind universelle Werte. Wer sie relativiert, gefährdet die Grundlage einer freien, demokratischen Gesellschaft. Aus eigener Erfahrung wissen diese Frauen, wohin es führt, wenn Politik und Religion ineinandergreifen und Frauenfreiheit eingeschränkt wird. Eine freie Gesellschaft muss solchen Entwicklungen entschieden entgegentreten – jetzt.
Helft mit!
Schweigen schützt die Falschen. Unterstützt die Petition, unterschreibt jetzt und helft mit, zu verhindern, dass Deutschland denselben Weg geht wie der Iran.

